
![]() Durch Verfügung der Königlichen Regierung in Minden vom Dezember 1817 waren alle Ämter und Gemeinden verpflichtet, in Zukunft eine Chronik zuführen: so auch für Schildesche. Die Aufzeichnungen füllen fast 300 Seiten und umfassen einen Zeitraum von 1800 bis 1895. Da sie zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens Notizen haben, stellen diese Chroniken ein informatives Zeitzeugnis dar, aus dem der Heimatverein Schildesche e. V. in Zukunft periodisch Auszüge präsentieren wird. Bisher erschienen : 1800–1802, 1800, 1803-1804, um1800, 1805, 1806, 1806, 1806, 1807,1808, 1809, 1810, 1811, 1812, 1813 , 1813, 1815 , 1815, 1816, 1816, 1817 |
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Schildescher Chronik aus dem Bielefelder Stadtarchiv |
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Des Nachmittags versammelten
sich die Einwohner in und vor dem Fischerschen Hause am Kirchhofe; es
wurde abermals ein Gesang gesungen; alles war sehr vergnügt; es wurde
die ganze Nacht gejubelt. Aber nur wenige Tage nachher kam die Hiobs-Post:
Preußen habe mit Frankreich zwar Frieden gemacht, aber alle seine
Provinzen diesseits der Elbe an dasselbe abgetreten. Nun verbreitete sich
eine allgemeine Betrübniß, welche noch dadurch erhöht
wurde, als unser geliebte Landesherr die Abtretung unsers Vaterlandes
de dato Memel den 24ten Julius 1807 in der Kirche bekannt machen ließ.
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Altmark jenseits der Elbe, Cotbus, Magdeburg jenseits der Elbe, und Mansfeld, Bayreuth, Hildesheim und Goslar, Paderborn, Halberstadt und Wernigerode, Münster, Minden, Ostfriesland, Eichsfeld, Erfurt, Quedlingburg, Grafschaft Mark, Essen, Elten und Verden, Ravensberg, Hohenstein, Teklenburg, Lingen, Mühlhausen, Nordhausen, Treffurt etc. Blankenheim, der Stadt Danzig, und des abzutretenden Theils von dem Culmischen Gebiet. Ihr kennt, geliebte Bewohner treuer Provinzen, Gebiete und Städte, Meine Gesinnungen und die Begebenheiten des lezten Jahres! Meine Waffen erlagen dem Unglück, die Anstrengungen des lezten Restes Meiner Armee waren vergebens. Zurückgedrängt an die äußerste Grenze des Reiches, und nachdem Mein mächtiger Bundes-Genoße selbst zu Waffenstillstand und Frieden sich genötigt gefühlt, blieb Mir nichts übrig, als dem Lande Ruhe nach der Noth des Krieges zu wünschen. Der Friede musste so, wie ihn die Umstände vorschrieben, abgeschlossen werden! Er legte Mir und Meinem Hause, er legte dem Lande selbst die schmerzlichsten Opfer auf; Was Jahrhunderte und biedere Vorfahren, was Verträge, was Liebe und Vertrauen verbunden hatten, musste getrennt werden. Meine und der Meinigen Bemühungen waren fruchtlos! |
Das
Schicksal gebiete, der Vater scheidet von seinen Kindern! Ich entlaße
euch aller Unterthanen-Pflicht gegen Mich und mein Haus. Unsere heißesten
Wünsche für euer Wohl begleiten euch zu euern neuen Landes-Herrn;
seid Ihm, was Ihr Mir waret. Euer Andenken kann kein Schicksal, keine
Macht aus Meinem und der Meinigen Herzen vertilgen! |
Die Abschrift erfolgte getreu dem Original.
Die Fortsetzung der Schildescher Chronikseiten
bald wieder auf dieser Seite.