Durch Verfügung der Königlichen Regierung in Minden vom Dezember 1817 waren alle Ämter und Gemeinden verpflichtet, in Zukunft eine Chronik zuführen: so auch für Schildesche.

Die Aufzeichnungen füllen fast 300 Seiten und umfassen einen Zeitraum von 1800 bis 1895.

Da sie zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens Notizen haben, stellen diese Chroniken ein informatives Zeitzeugnis dar, aus dem der
Heimatverein Schildesche e. V. in Zukunft periodisch Auszüge präsentieren wird.

Bisher erschienen : 1800–1802, 1800, 1803-1804, um1800, 1805, 1806, 1806, 1806, 1807,1808
, 1809, 1810, 1811, 1812, 1813, 1813, 1815, 1815, 1816, 1816, 1817

Originalblatt der
Schildescher Chronik aus dem
Bielefelder Stadtarchiv



Ein Sturm verursachte im Jahre 1813 Angst und Schrecken, doch passierte Gott sei Dank nichts Schlimmeres:

 


 

m ersten Osterfeiertage entstand ein fürchterlicher Windsturm, als die Gemeinde zur Verrichtung ihres Gottesdienstes in der Kirche versammelt war und verbreitete allgemeines Schrecken, welches durch ein starkes Getöse, vom Zuschlagen eines Kirchenstuhles herrührend, so sehr erhöht wurde, dass man, glaubend die Kirche stürze zusammen, ein lautes Geschrei erhob und der Kirchthür zudrängte; bei welcher Gelegenheit mehre Menschen ihre Bücher verloren, Kleider zerrissen und im Drange stark verwundet wurden.

Das Klagen der Leinenweber ist noch niemals größer gewesen als in gegenwärtigem Jahre.

 

Der Flachs ist gut gerathen, auch die Kornärnte sehr ergiebig gewesen, die Heuärnte hingegen sehr schlecht.


Anfangs dieses Jahrs wurde die von Münstersche und von Wriesbergsche Curie abgebrochen.


Vom 25ten auf den 26ten April sind hier einquartirt gewesen:
Das 7te Französische Cuirassier Regiment und das 8te Chasseur Regiment, zusammen bestehend aus 20 Officieren, 252 Mann und 267 Pferden.

 

 


 

och immer unter dem tyrannischen Joche, wurde doch jedes Herz mit innigster Freude erfüllt, als es den Abfall Preußens vom Bunde mit Frankreich vernahm, und sich nun mit thätiger Kraft wider Napoléon auflehnte und zu Felde zog; denn es belebte Allen die Hofnung, daß endlich einmal die eiserne Herrschaft Napoléons in Deutschland aufhören werde. So groß unsere Hoffnung zur baldigen Rettung von dem französischen Joche war; so wurde sie dennoch einen Augenblick sehr getrübt, durch die anscheinend verlohrene Schlacht der Russen und Preußen bei Lützen am 2ten Mai. Dieserhalb mußte auch ein Dankfest begangen werden. Lange dauerte indeß diese Trauer nicht, freudig gehoben wurde sie durch die Kunde der Völkerschlacht bei Leipzig den 16ten und 18ten October.

 

Napoléon, gänzlich aufs Haupt geschlagen, nahm eilends die Flucht über den Rhein.

Am 4ten November sahen wir hier schon die ersten Kosaken, bei deren Ankunft einige von dem hiesigen Gesindel dem Maire Lampe und dem Steuer-Erheber, Küster Wille die Fenster einschlugen. Ein gleiches widerfuhr dem Schneider Lemkuhl, gegen welchen man deshalb erbittert war, weil er französisch sprach, mit dem Deunen(?) Umgang hatte und für sie arbeitete. Die ersten Preußen, die wir sahen, waren Dragoner vom Regiment der verstorbenen Königin Louise unter Anführung des Rittmeisters von Arnim
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Die Abschrift erfolgte getreu dem Original.
Die Fortsetzung der Schildescher Chronikseiten bald wieder auf dieser Seite.

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1813 begann der endgültige Niedergang Napoleons, natürlich fand dies – mit entsprechenden Bemerkungen – seinen Niederschlag in der Amtschronik: